À cœur vaillant rien d'impossible.

Für ein mutiges Herz ist nichts unmöglich.

 
17Januar
2015

Verspäteter Weihnachtsbesuch und verschlafenes Silvester

Ein paar Tage nach Weihnachten kam dann die große Weihnachtsüberraschung: Meine Mum hat mich besucht. Vorab habe ich einen kleinen Rundtrip mit dem einen oder anderen Highlight für uns geplant.

 

Zum Frühstück gab es zuhause das typische „L’oeuf dans trou“. Am ersten Tag habe ich ihr bisschen Montréal und meine Lieblingsorte gezeigt: Vieux-Port und Île St. Hélène (Parc Jean-Drpeau). Am Abend sind wir bei meinem Lieblingsportugiesen eingeflogen und die Mutti musste Poutine essen, hat ihr aber nicht so geschmeckt – zum Glück gab es auch lecker Hähnchen.

  Cathedrale Notre Dame Cathedrale Notre Dame innen

Nach einem kurzen Verdauungsschlaf mussten wir unsere Sachen zusammenraffen und auf ging es nach Toronto und zu den Niagara Fällen – und zwar über Nacht, im Bus. Super Zeitmanagement, aber schlafen kann man in einem Bus nicht wirklich. Ziemlich zeitig waren wir dann Dienstagmorgen in Toronto angekommen und auf der Suche nach einem leckeren Frühstück und Kaffee. Aber die Millionenstadt schlief noch und die einzige Option, die es gab, war ein Tim Hortons in einer schäbigen Tankstelle, der um diese unchristliche Uhrzeit von 7Uhr geöffnet hatte. Danach wurden wir abgeholt und damit startete unser Ausflug zu den Niagara Fällen.

Auf dem Weg zu den Niagarafällen stoppte unsere Reisegruppe für eine Weinverkostung, in der Kleinstadt Niagara on the Lake und am „Whirlpool“. Zur Weinverkostung gab es Weiß- und Rotwein und den für die Region typischen Ice-vine – süß und süffig! Niagara on the Lake versank vollkommen im Schnee und erinnerte an ein Märchenland. Der Whirlpool, ein großes Becken mit Stromschnellen, wo der Niagara-Fluss kommend von den Niagarafällen seine Fließrichtung um 90grad ändert.

Whirlpool Niagara on the Lake Niagara River Prince of Wales Hotel

Endlich an den Wasserfällen angelangt, haben wir uns für den Weg hinter die Wasserfälle entschieden und konnten damit ins Herz der tosenden Horseshoe-Falls (kanadische Seite) blicken und dem lauten Rauschen lauschen. Anschließend sind wir entlang den Horseshoe- und American Falls gelaufen – wir hätten uns nicht vorstellen können, dass wir mal zusammen hier sein würden – verrückt, aber wahr! Im Bus ging es zurück nach Toronto, wo wir dann ganz schnell ganz müde ins Bett gefallen sind.

  Niagara City Falls and Mist American and Horseshoe Falls

Am nächsten Tag war unser Highlight ein leckeres Mittagessen im CN-Tower. Das Restaurant 360grad dreht sich innerhalb von 60 Minuten um 360grad und wir konnten somit die ganze Stadt von oben bestaunen. Absolut beeindruckend allein war schon der Glasfahrstuhl zum Restaurant. Toronto und Montréal im Vergleich sind wie Stadt und Dorf – Montréal ist so klein und überschaubar und Toronto ist riesig! Bevor wir uns auf die bevorstehende Silvesternacht einstimmen konnten, haben wir noch ein bisschen geshoppt. Vielleicht ein bisschen zu viel, denn am Abend war ich so k.o. Somit haben wir (meine Mum schlafend und ich TV guckend) Silvester allein, ohne Aufregung verbracht und das Jahr 2015 mit einem müden „gesundes Neues“ begrüßt um schließlich pünktlich 0:05 die Lichter auszuschalten.

vom CN-Tower Downtown CN-Tower   

Für den letzten Tag Toronto haben wir uns Zeit genommen. Ein ausgedehntes Frühstück gab es „Chez GoGo“, einer französische Crêperie. Anschließend haben wir uns das Schloss „Casa Loma“ angesehen. Danach sind wir zum Hafen und Ontario See gelaufen, wo wir durch Zufall ein Sixpack „Steamwhistle“ – bestes Bier in Toronto – gefunden haben. Natürlich haben wir das mitgenommen.

CrêpeCasa Lomagefundenes BierHafenAm Ontario See

Toronto ist wirklich beeindruckend und der CN-Tower ist ein perfekter Orientierungspunkt, den man von überall aus der Stadt sehen kann.

Überall der CN-Tower zu sehen CN-Tower vom Casa Loma

Zurück nach Montréal ging es am Abend mit dem Bus. Tagsüber langes Busfahren ist ja noch viel schlimmer als nachts. Das nächste Mal fahren wir Zug! Hungrig in Montréal angekommen, gönnten wir uns L’entrepôt noch einen Late-Night-Snack.

Ausgeschlafen am nächsten Tag sind wir zum L’Oratoire St.Joseph aufgebrochen und haben ein leckeres traditionelles Essen für alle zubereitet. Ein schöner gemeinsamer Abend zum Abschluss. Am Tag der Abreise stand nur ein kurzer Ausflug auf den Hausberg „Mont Royal“ an um nochmal das Flair der Stadt zu erleben und ein bisschen Souvenir-Shopping.

Belvedere - Mont Royal L'Oratoire St.Joseph im Winter 

Das waren ein paar schöne Tage und es tat gut die „Heimat“ zu sehen.

 

Bis Bald, eure Jule

Endlich - Bär getroffen

05Januar
2015

Ja, ich lebe noch... Und was so in den letzten zwei Monaten passiert ist

Als erstes möchte ich mich entschuldigen, dass mein Blog für längere Zeit (zu lang, ich weiß) still stand. Allerdings nicht grundlos und das Gute daran ist immerhin, dass es einiges zu berichten und lesen gibt. Das heißt, plant ein bisschen Zeit ein. Ich beginne mit dem Aktuellsten und zum Schluss folgen noch ein paar Schnappschüsse von dem großartigen Road Trip durch Atlantik-Kanada und USA.

 

Zum ersten Mal Weihnachten nicht Zuhause und nicht zusammen mit der Familie zu sein war schon komisch. Nichts desto trotz hatte ich wirklich schöne Weihnachtsfeiertage mit meinen Mitbewohnern. Wir haben Lose gezogen, so dass jeder eine kleine Weihnachtsüberraschung am Morgen des 25. Dezembers unter dem Baum liegen hatte. Unser gemeinsames Weihnachtsessen war sehr Französisch, es gab „Foie gras“: eine Pastete von der Leber von Stopfgänsen, geräucherten Lachs, einen kleinen Truthahn mit Ofenkartoffeln, einen „bûche de Noël“ (schokoladiges Dessert) und natürlich viel Wein. Aus Deutschland kam ein Paket mit warmen Hausschuhen und leckeren Lebkuchen – danke Papa!

Unser Weihnachtsbaum Alle Beschenkten mit Beute Bûche de Noel Truthahn Foie gras Weihnachten in der WG

Der Indian Summer war vorüber und der Winter kündigte sich langsam an. Der beste Indikator für die bevorstehende Kälte waren die Eichhörnchen, die sich über mehrere Wochen am montréalesischen Müll kugelrund gefressen haben. Ich bezweifle, dass diese süße Stadtplage je Winterschlaf hält, sondern sich stattdessen den Winter über weiterhin vom Abfall ernährt. Im November kamen der erste Schnee und damit die optimale Gelegenheit für einen entspannten Wochenendausflug in ein gemütliches Chalet in die nahegelegenen „Berge“ nach Mont Tremblant. Dieser kleine märchenhafte Ort ist ein absoluter Wintersportmagnet für viele Städter. Im Dezember gab es den ersten Schneesturm der 1m Neuschnee brachte. Alles in weiß getaucht wie im Märchen war die Stadt kaum wiederzuerkennen.

Chalet Mont Tremblant Mont Tremblant Stadt Mont Tremblant Guckguck, wer ist denn da? 

Dank dem ersten Schnee, auf den ich nicht vorbereitet war, hatte ich schnell nasse Füße und dann kam natürlich auch der erste Schnupfen. Schnell waren meine Taschentücherreserven von Zuhause aufgebraucht und ich musste auf hiesige umsteigen. Taschentücher und Kanada – eine Sache die nicht zusammenpasst und die ich nicht verstehe. Es fängt ja schon beim Verpackungsformat an, statt den bei uns gängigen kleinen Packungen (10stück) gibt es hier fast nur 100stück im Pappkarton – die ziemlich unpraktisch für die Handtasche sind. Allerdings kann ich anhand der Haltbarkeit bzw. Reißfestigkeit oder kurzum der Qualität nachvollziehen warum dieses Format existiert. Man verbraucht einfach Unmengen - Kanadische Taschentücher sind der größte Mist und taugen nichts. Als meine Mum dann vor ein paar Tagen mit 64 neuen Packungen im Gepäck ankam, hab ich mich noch nie so sehr über Taschentücher gefreut. Vielleicht sollte ich Tempo mal vorschlagen nach Kanada zu expandieren, denn hier besteht definitiv Bedarf! 

Zu meinem Geburtstag haben mich viele Botschaften (Video, Brief, SMS…) über alle möglichen Wege erreicht und über jede einzelne hab ich mich gefreut – an dieser Stelle ein großes Danke an alle, die an mich gedacht haben. Statt dem jährlichen Weihnachtsstern hab ich dieses Jahr zur Abwechslung einen Tannenbaum geschenkt bekommen. Gefeiert hab ich in kleiner Runde mit Freunden, es gab leckeres Essen und große Tassen Glühwein.

Geburtstagsfrühstück Geburtstags-Jule 

Im Dezember war ich zusammen mit 4 Mädels in Québec Stadt um ein bisschen in Weihnachtsstimmung zukommen. Hier gibt es nämlich den einzigen Weihnachtsmarkt der unseren in Deutschland ähnelt. Voller Vorfreude auf einen schönen Pott Glühwein und eine leckere Bratwurst sind wir 6Uhr in der Früh in das 3stunden entfernte Québec aufgebrochen. Der Weihnachtsmarkt war niedlich, überall spielte deutsche Weihnachtsmusik, man konnte Holzschlitten kaufen und duftete nach gebrannten Mandeln. Den großen Pott hab ich durch 1cl Glühwein Shooter ersetzt, denn laut Gesetz ist es in Kanada nicht erlaubt Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken. Die Bratwurst hab ich leider nicht gefunden. Von der Stadt aus haben wir noch einen kleinen Abstecher zu den „Chutes Montmorency“ gemacht, ein Wasserfall der im Schneekostüm wirklich bezaubernd aussieht.

Québec Weihnachtsmarkt Menu- Weihnachtsmarkt Château Frontnac Innenstadt Québec Les chutes Montmerency 

Auf Arbeit wurde vor dem Wintereinbruch nochmal überall der Rasen gemäht und Laub aufgesammelt, dann ging die Weihnachtsdeko-Saison los. Wir haben in Autohäusern, Banken und Restaurants riesige Tannenbäume aufgebaut, Girlanden aufgehangen und Lichterketten installiert. Im Gegensatz zur sonstigen körperlichen Arbeit, hatte ich die Möglichkeit mich kreativ austoben. Und nachdem alles dekoriert war, haben wir uns eine gemeinsame Weihnachtsfeier gegönnt.  

Neben dem Job hatte ich es auch endlich geschafft mich für einen Sprachkurs anzumelden. Die Regierung von Québec hat das Programm „Francisation“ entwickelt, das es Migranten ermöglicht französisch zu lernen. Dank meines Working-Holiday-Visas werde ich als möglicher (zukünftiger) Migrant anerkannt und kann somit auch von dem staatlich geförderten Sprachkurs profitieren. Das heißt 16Stunden Französisch pro Woche, Montag bis Donnerstag 18Uhr bis 22Uhr. Sprachlich geht’s damit auch vorwärts.  

Am ersten Advent fand Downtown die Santa Clause Parade statt, die ich mir (und zahlreiche Kleinkinder) natürlich nicht entgehen lassen konnte.

Santa Clause Parade 

Ein bisschen zu knapp kommt Tischtennis, was zwar abzusehen war, aber trotzdem schade ist. Aufgrund meines Französisch-Kurses kann ich nur am Wochenende trainieren. Ich habe mein erstes Turnier im Oktober gespielt, was ein absolutes Desaster war und das zweite kurz vor Weihnachten, was bei weitem besser war – Hier habe ich sogar ein kleines Preisgeld gewonnen. Neben dem neuen Plastikball war auch ungewohnt ein gemischtes Turnier zu spielen.  

Im Oktober war neben Arbeit und Sprachkurs nicht viel los. Es war Halloween, wo ich zusammen mit Thierry und einem Freund, gruselig geschminkt, durch die Straßen und Pubs in der Gegend gezogen bin. Bei der „Haunted Montréal Tour“ haben wir Downtown mal von einer anderen Seite kennengelernt – nämlich anhand von Horrorgeschichten.

Halloween-Jule John und Thierry Grusel-Trio 

Nun der Nachtrag zum Urlaub an der Ostküste. Nach dem Cape Breton Rundweg ging es weiter zu den Cape Hopewell Rocks in der Bay of Fundy. Hier kann man den weltgrößten Tidenhub zwischen Ebbe und Flut bestaunen und einen kleinen Spaziergang auf dem Grund des Ozeans machen.

Cape Hopewell Rocks - Ebbe Cape Hopewell Rocks- Flut Cape Hopewell Rocks Spaziergan auf dem Ozeangrund 

Nächstes Ziel war der Acadia National Park in den USA. Die Einreise in die USA war ziemlich einfach, bis darauf, dass ich meine einzige Mandarine abgeben musste. Der Acadia Park war breits im tiefsten Indian Summer und die rot-golden gefärbten Blätter spiegelten sich im kristallklaren Seewasser. Ein paar kleine Wanderungen, Sonnenuntergang und -aufgang genossen.

Wanderweg um Jordan Pond Leuchtturm Sonnenaufgang Mount Cadillac Acadia National Park Jordan Pond Sonnenuntergang Mount Cadillac Acadia National Park Sandy Beach 

Der letzte Anlaufpunkt waren die White Mountains. Dort haben wir uns auf den Mount Washington gewagt. Den knapp 2000 m hohen Berg haben wir über den „Tuckerman Ravine“ Trail bezwungen. Der Anstieg von ca. 1350 m auf ca. 9km war so anstrengend, dass ich kurz vor dem Gipfel, als dichter Nebel aufzog, am liebsten auf dem dicken Fels liegen bleiben – Aber ich musste weiter! Als Belohnung gab es leckere heiße Suppe in der Hütte auf dem Gipfel. Wenn man dort zwischen all den „frischen“ Menschen sitzt, die es auf den Berg mithilfe von Bus, Auto oder Zug geschafft haben, fühlt man sich ein bisschen verloren als Wanderseele. Runtergelaufen sind wir nicht, sondern glücklicherweise hat uns ein Paar aus Kalifornien einen Lift angeboten *hüstel*.

Fast auf dem Gipfel (3 min vor dem Nebel)Gratwanderung zum Gipfel Nebel kommt Keine Sichtweite mehr  Der Gipfel im Nebel

Amerika ist ja ein bisschen anders – das weiß man ja. Allerdings bin ich immer wieder überrascht. Zum Beispiel wird aus der kleinsten Attraktion ein Themenpark gemacht für den man einen deftigen Eintrittspreis bezahlen muss, nein ich spreche nicht von Disneyland. In den White Mountains gibt es ein paar schöne Schluchten, Wasserfälle und alte Holzbrücken, allerdings kann die nur sehen, wenn man dafür bezahlt. Wir waren in einem Themenpark für Höhlen. Der ganze Spaß hat effektiv 45 Minuten gedauert, ich hab mich durch ein paar enge Höhlen und Löcher gezwängt – und das für 20$! Es ist so als müsste ich bezahlen um in der Sächsischen Schweiz zur Ida-Grotte zu gehen. Da ich Kanada liebe, muss ich das jetzt sagen: In Kanada hab ich sowas noch nicht erlebt!

White Mountains ThemenPark Bretton Woods  Ja, da pass ich durch!

 Dieser etwas unangenehme Fakt ändert allerdings nichts daran, dass die White Mountains eine wunderschöne Gegend für Wanderungen und Erholung sind. Den Ostküsten-Wanderurlaub abschließend dinierten wir königlich in einem neu hergerichteten Dinner-Zug, auf dessen Fahrt wir nochmal wunderschöne Ausblicke auf die White Mountains bestaunten.

Dinner-Zug Innen

 Und zu guter Letzt: Ich komme zurück nachhause! Ende März bin ich wieder in heimatlichen Gefilden anzutreffen. Jedoch bevor ich in den Flieger, startend in Las Vegas, einsteige, geht’s ab nach Hawaii. Zusammen mit Ute die Inseln erkunden, im türkisblauen Wasser surfen und Sonne tanken (nach dem langen kalten kanadischen Winter).

 

Apropos Winter, diese Woche stehen knackige 28 Grad minus an.

 

Bis bald,

Eure Jule

  Jule

07Oktober
2014

Magisches Wasser

Die letzte Woche stand ganz im Zeichen des blauen Elements – Indian Summer in Montreal und Cape Breton Island (Nova Scotia)

 

In Montréal habe ich es nun, nach mehreren Anläufen, geschafft den Radweg „Voie Maritime“ im St. Lawrence Strom zu finden und entlang zu radeln. Mitten im Wasser erhebt sich ein mehr als 15km langer Wall, der lediglich per Rad befahrbar oder zu Fuß begehbar ist – keine Autos! Das heißt, einmal dem Großstadtgetümmel entfliehen und einen sagenhaften Ausblick auf die Stadt genießen. Die Suche hat sich gelohnt, der „Voie Maritime“ wird zu einem Lieblingsort.

  Voie Maritime Die Stadt so weit weg

Von Montreal aus bin ich direkt an die Küste nach Halifax, der Hauptstadt von Nova Scotia, durchgestartet. Auf den Kfz-Kennzeichen outet sich die Provinz als „Canadas Ocean Playground“, was ich nur bestätigen kann. Der Wind tost, die Wellen brechen und Leuchttürme zieren die Küstenlinie.

In Halifax habe ich mich mit Falk getroffen. Zusammen erkunden wir den Osten Kanadas und der USA, eine genaue Route haben wir nicht geplant, sondern entscheiden jeden Tag spontan wo es lang geht. Halifax an sich ist eine kleine gemütliche Stadt und wir haben so ziemlich alle Höhepunkte mitgenommen, die es gab: das Pier 21 besucht (Immigrationsmuseum), den Citadel Hill erklommen (eine kleine mehrfach umgebaute Festung, die historisch betrachtet sinnlos ist), ein Hockeymatch geschaut (bei dem die einheimischen „Elchsköpfe“ sang- und klanglos gegen eine Truppe aus Werweißschonwo untergegangen sind), einem leckeren Hummer gegessen (was ziemlich harte Arbeit ist) und einen gemütlichen Abend im Pub verbracht. Ich werde keine einzige schlaflose Nacht im Halifaxer Hostel vergessen, denn weder lautes Fluchen noch Bücher laut knallend auf den Boden fliegen zu lassen, hat geholfen das ohrenbetäubende Schnarchen von Chinesen und Indianern zu unterbinden (oder sogar kurzzeitig zu unterbrechen).

  Waterfront   Lobster Halifax Clock House Citadel HillHockey Halifax Mooseheads

In Halifax haben wir uns einen kleinen Flitzer gemietet und von der Stadt aus haben wir uns mit einem kleinen Umweg über ein Shoppingcenter und Peggys Cove, einer kleinen Bucht in der Nähe, auf den Weg zur Insel Cape Breton gemacht. In Peggys Cove habe ich eine erfrischende salzige Dusche genossen. ;)

  Leuchtturm Peggys Cove Wellen beobachten wie sie an den Felsen brechen und mich duschen - so lustig!

Der „Cabot Trail“ entlang der Küste war unser Ziel. Die Landschaft der Insel ist durch Seen, Highlands (Nationalpark) und steile Küsten geprägt. Ein traumhafter Ausblick folgt dem nächsten. Der Indian Summer erhält nach und nach Einzug und die bewaldeten Hänge färben sich in den verschiedensten Rottönen. Innerhalb von 3 Tagen sind wir den ca. 300 km langen Rundweg gefahren, 3 kleine Wanderwege gewandert und haben eine Whale Watching Tour gemacht. Auf dem bekanntesten Wanderweg der Insel (Skyline-Trail) muss man standhaft bleiben, zum einem weil es so stürmisch ist und zum anderen weil man ewig verweilen und träumend auf den Ozean blicken könnte.

Cape Smokey - Wandern Ausblick Strand Neils Harbour Skyline Trail Cabot Trail so windig wars auf dem Skyline Trail ;) Traumhaft Canyon Corney Brooks Waterfall

Wale beobachten wollte ich schon die ganze Zeit und in Pleasant Bay gab es die erste Chance. Mit dem Motorboot ging es raus auf die See, während Falk ein bisschen mulmig wurde, konnte das Boot für mich nicht schnell genug über Wellen düsen. Vor der Küste haben wir dann ganz nah Pilotwale (sehen aus wie große schwarze Delfine) und Graurobben gesehen.

Whale Watching Pilotwhale Whale Watching auf der See Flosse

Jetzt bin ich wieder im „Bear on the lake“ Hostel und morgen geht’s auf die nächste Insel: Prince Eduard Island. Danach in Richtung Bay of Fundy und USA. Achja, ich dachte ich könnte einen Bären sehen, aber keine Chance: die sind zu scheu oder ich zu bärenunattraktiv ;)

 

Bis Bald, Eure Jule

Bis Bald

 

24Sept
2014

Montréal leben und erleben

Lange genug gewartet auf ein Update aus Kanada – hier kommt es!

 

In meinem neuen Zuhause habe ich mich schnell und sehr gut eingelebt. Mittlerweile ist unsere WG auch komplett, nach mir ist noch ein Franzose (Thierry) eingezogen. Ich fühle mich nach wie vor wohl und kann behaupten mein Zuhause in Kanada gefunden zu haben. Nur mit ein paar Kleinigkeiten hatte ich anfangs Probleme. Zum Beispiel, die Temperaturregelung der Dusche war anfangs eine Herausforderung für mich –es gab nur heiß oder kalt. Mit dieser Annahme sorgte ich für rege Erheiterung meiner Mitbewohner, die aber so freundlich waren mir zu erklären wie ich entspannt duschen kann.

Heidi und ich Picnik mit Heidi und Katja Mein Fahrrad

Meine ersten Arbeitstage waren die wohl anstrengendsten, die ich je hatte. Ich sag nur so viel: Gartenarbeit. Und ich muss gestehen, dass ich auf diesem Gebiet gänzlich unerfahren bin/war und meine Kenntnisse nach dem Job nicht weiter vertiefen werde. Arbeiten wie Rasen mähen, Unkraut entfernen, Bäume fällen/ zerteilen werden mit Sicherheit nicht meine Lieblingstätigkeiten. Allerdings ist es traumhaft bei dem schönen kanadischen Wetter draußen zu sein – und da macht jede Arbeit Spaß. Außerdem ich brauche kein Fitnessstudio mehr. Die Saison endet Mitte Oktober, was hervorragend zu meinen anstehenden Reiseplänen passt.

mein Traktor erster Scheck Baseballfeld - selbstgemacht

Also wenn ich nicht gerade dem Rasenmäher hinterher renne, dann entdecke ich Montréal und Umgebung zusammen mit meinen Mitbewohnern oder allein. Ich verliebe mich immer mehr in die Stadt. Der Sommer ist in Kanada noch nicht vorbei und rund um die Inselstadt gibt es eine Menge Nationalparks. Zusammen mit Matt und Mel war ich im Nationalpark d’Oka. Ein traumhafter Tag: radeln – ja ich habe ein Fahrrad – und baden. Ein absolutes Highlight ist der Blick über Montreal Downtown von Mont Royal (Belvedere) bei Nacht, wenn nebenan die dicken Waschbären Pizza fressen. Nicht nur Downtown ist eine großartige Ansicht, sondern auch die andere Seite der Stadt, Côte-des-Neiges. Vom Oratoire St.Joseph aus kann man die Sonne über den Hügeln außerhalb der Stadt untergehen sehen – auch ein unvergesslicher Moment. Allerdings gibt es noch viele Aussichten zu erleben.

Plage d'Oka mit Matt und Mel Plage d'Oka    The village St.Joseph   Côte-des-neiges (Blick auf St.Joseph)

Die Stadt bietet viele Freizeitgestaltungsmöglichkeiten, ein super ausgebautes Fahrradsystem und ein Festival folgt dem anderen. Ich treffe mich ab und zu mit Freunden, die im Hostel kennengelernt habe. Durch Zufall habe ich einen wirklich guten Tischtennisclub gefunden, der gar nicht so weit weg von Zuhause ist. Und für das erste Turnier im Oktober habe ich mich auch schon angemeldet – es geht halt nicht ohne Tischtennis.

Am Dienstag geht mein Flieger von Montreal nach Halifax und ich treffe mich mit Falk. Das heißt: ganz raus aus der Stadt und an die (raue?!) Küste von Nova Scotia. Ich bin gespannt was mich da erwarten wird.

 

Bis Bald, Eure Jule

30August
2014

Maintenant, je suis Montréalaise

Endlich, ich bin nicht mehr länger Touristin in Montreal, sondern „Montréalaise“. Kurz: Es geht mir wunderbar und ich genieße jeden Moment.

Wie ihr bereits wisst, in den ersten Tagen habe ich die Stadt ein bisschen erkundet und auf der Suche nach einem Zimmer in einer Colocation (WG) wusste ich schnell in welchem Stadtteil ich gern leben möchte: auf dem Plateau, nahe dem Mont Royal. Tadaaa, circa zwei Wochen nach meiner Ankunft habe ich auch schon die perfekte WG gefunden.

 

Das heißt, ich habe, dank IKEA und der Hilfe meiner Mitbewohner, ein gemütliches Zimmer in einer netten Wohngemeinschaft. Ich lebe jetzt zusammen mit Matt und Mel (französisches Pärchen), Yasmina (Frankokanadierin) und Sébastien (Franzose). Unser Appartement liegt nahe der Avenue Mont Royal, einer Straße, die nie schläft und dem Parc La Fontaine, der sich perfekt eignet um zu entspannen oder um laufen zu gehen.

Matt, Mel, Yasmina, Sébastien Parc La Fontaine Parc La Fontaine Livingroom Kitchen mein Zimmer Wandschrank beleuchtet Fotos ;)

 

Ab nächster Woche habe ich dann einen Job als Greenkeeper bei dem grünen Daumen von Montréal. Was da genau auf mich zukommt, kann ich auch nur vermuten, aber eine Info kommt bald. Das Gute daran ich kann damit meine Reisekasse aufbessern.

 

Ansonsten habe ich bisher wirklich viel Freizeit und unternehme dementsprechend auch viel mit Freunden, die ich im Hostel kennengelernt habe. Unter anderem habe ich eine typische Quebecer Spezialität: „Poutine“ probiert. Poutine ist das perfekte Essen nach einer durchzechten Nacht: Pommes in brauner Bratensoße (leicht aufgeweicht) mit Käse, der zwischen den Zähnen quietscht. Klingt ziemlich ekelig, ich weiß. Was Spezialitäten angeht, habe ich noch ein ganz schönes Programm vor mir. Montréal ist bekannt für seine vielen Festivals im Sommer, ich war auf dem Piknic Electronic und dort konnte bei guter Musik den Sonnenuntergang über Downtown Montréal bestaunen.

Poutine Piknic Electronic Caredrale de Notre Dame Downtown Lachine Kanal > Downtown Vieux Port

 

Nach und nach spreche ich immer mehr Französisch und weniger Englisch. Dank meiner lieben Mitbewohner lerne ich jeden Tag neue französische und québécoise Ausdrücke.

 

Bis bald, Eure Jule

 

 

 

21August
2014

Leid und Freud

Bevor ich mich auf den Weg über den großen Teich gemacht habe, wurde nochmal richtig gefeiert und ich habe mich (hoffentlich) von all meinen Freunden verabschiedet. An dieser Stelle möchte ich mich für die schöne Feier in Hartmannsdorf und die vielen Reisebegleiter, die mich immer an Freunde und Heimat erinnern, bedanken.

Die letzte (tränenreiche) Abschiedsszene war schließlich am Leipziger Hauptbahnhof. Ich hab mich so gefreut, dass ihr euch so früh aus dem Bett gequält habt um „Bis Bald“ zu sagen.

Obwohl ich neben dem Gate saß, hätte ich in Frankfurt fast meinen Flug verpasst - Ich telefonier doch so gerne. In Toronto angekommen, musste ich am Zoll meine Arbeitserlaubnis holen und dank Anschlussflug nach Montreal musste ich nicht lange warten. Für meine gesammelten Unterlagen hat sich keiner interessiert. Alles easy also ;)

 

Auf dem Flug zum finalen Ziel konnte ich die Stadt und ihre flirrenden Lichter bei Nacht bewundern: eine Metropole direkt am Wasser (fast wie Zuhause :D ). Im Hostel angekommen bin ich einfach nur ins Bett gefallen, nach ca. 22 Stunden Reisezeit.

 

 

 

So, nun bin ich auch schon eine Woche hier in Montréal und es ist traumhaft: Großstadtfeeling ohne Stress und Hektik. Mein Hostel liegt direkt am Vieux Port (Old Port), hier hab ich auch mein Lieblingsort gefunden: La Tour de l’Horloge (Clock Tower). Von dort oben hat man einen, wenn nicht sogar den großartigsten Blick über den Hafen und Downtown. In den Straßen von Chinatown und Downtown find ich mich mittlerweile problemlos zurecht. Die große Einkaufsstraße Rue de Saint-Cathrine hat mich bis jetzt eher enttäuscht. Bisher sind nur ein Paar Schuhe drin gewesen - das heißt ich bleibe auf der Suche nach dem ultimativen Shoppingparadies.

Pont Jacques Cartier Downtown von Clock Tower Tour de l'Horloge Von Mont Royal Mont Royal

 

Auf der Suche nach einer Bleibe bin ich auch noch nicht fündig geworden. Ich hab zwar schon ein paar Zimmer angesehen, jedoch weder Zimmer ohne Fenster in einem Raucherappartment noch Haustierpension oder ein Zimmer 20 min. entfernt von der Metro konnten mich bisher überzeugen. Allerdings ist das Angebot so groß, dass ich bald etwas gefunden haben werde.

 

Kontakt zu Einheimischen (Locals) hab ich bisher nur wenig. Das hat verschiedene Gründe, zum einem die Sprache: Quebecois ist ziemlich schwierig zu verstehen; und zum anderen wohne ich noch im Hostel und hier geht’s eher international zu. Hier habe ich schon viele Leute kennengelernt und auch neue Freunde gefunden.

Botanical Garden Mexikanisch essen im Hostel

 

Für Anfang September habe ich mir einen Sprachkurs gesucht, um mein Französisch aufzupolieren. Direkt auf Jobsuche hab ich mich noch nicht begeben. Wenn ich allerdings in einem Café sehe, dass sie Personal suchen, stelle ich mich dort vor und bring ein Resumée vorbei.

 

Ach und das beste zum Schluss: Ich war auch schon einmal beim Tischtennis – es geht ja nicht ohne ;) Gespielt wird hier scheinbar überall – Echo TTC trainiert nämlich in einer Kirche. Da ist jeder Netz- und Kantenball ein wirklicher Glückstreffer. Und man glaubt es kaum, aber an der Metro-Station ist sogar ein McDonalds für das Eis danach.

 

 

 

Bis Bald, Eure Jule

 

 

 

11Juli
2014

Salut und Hallo

...an alle, die mein Kanadaabenteuer mitverfolgen möchten.

 

Über diesen Blog werde ich meine Erlebnisse und Erfahrungen in Kanada mit euch teilen.

Der Abflug ist nicht mehr allzu lange hin und damit steigt natürlich die Aufregung. Die wichtigsten Vorbereitungen für mein Abenteuer habe ich schon erledigt, hoffentlich :) . Das wohl wichtigste, ich habe eines der begehrten Working Holiday Visa ergattern können. Und die erste Woche nach Ankunft ist auch organisiert... danach fängt dann das Leben an.

Fehlt nur noch die Koffer zu packen, in das Flugzeug zu steigen und los gehts. Bevor es jedoch so weit ist, steigt noch mal eine Sause zusammen mit Freunden und Familie.


Bis bald, Jule